ART IS OUR ONLY SALVATION FROM THE HORROR OF EXISTENCE


dietrich versteht sich nicht nur als interdisziplinäre Kunstplattform, die Künstler & Kunst-Orte zusammenführt, sondern widmet sich auch der Kunst AN SICH. In einer Welt, in der das Streben nach Effizienz zur angesagtesten Triebfeder geworden ist, versuchen wir ein Gegengewicht zu etablieren, das sich den spielerischen Dingen im Leben widmet: Kunst, Musik, Tanz, Schriftstellerei, Lyrik, Theater und allen anderen nur vorstellbaren Ausformungen künstlerischen Ausdrucks. Dafür bedienen wir uns sowohl praktischen als auch theoretischen Ansätzen: Während wir das große, praktische Ziel verfolgen, außergewöhnliche Events zu veranstalten, machen wir es uns außerdem zur Aufgabe, ein Sprachrohr für jene zu sein, die sich der Kunst verschrieben haben. Unsere Plattform gibt lokalen Künstlern (egal wie bekannt oder unbekannt) die Möglichkeit, sich zu zeigen, über ihre Lebens- und Arbeitspraxis zu sprechen und ihre Überzeugungen darzulegen. Was ist Kunst? Welchen Zweck hat sie? Und wer sind die Personen, die sie produzieren?

Es gibt viele Menschen, die nicht nur von ihrer Kunst leben können, sondern auch diejenigen, die ihre Kunst leben. dietrich zeigt diese Menschen und fragt sie: Was treibt dich an? Was bedeutet Kunst machen für dich? Woher nimmst du deine Inspiration? Und ist Kunst im Grunde mehr als nur Schmuck?

Es heißt: Kunst und Kultur verschönern unser Leben. Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, wird klar: Durch Kunst und Kultur wird unser Leben erst lebenswert! Sie sind die Essenz des menschlichen Miteinanders und das Schönste, wozu wir fähig sind. Unsere Plattform soll das Vorurteil entkräften, dass Künstler ein trauriges, verarmtes Leben führen, weil sie nicht viel verdienen, und zwar indem wir Menschen zeigen, die durch die Kunst reich geworden sind, weil sie im Begriff sind, sich durch ihre Kunst selbst zu verwirklichen, zu therapieren, zu schützen, zu stärken und auch anderen zu helfen.

Hannah M.

dietrich


Kultur findet überall statt. Und wird von jedem gelebt. Dargestellt wird sie allerdings meist nur in geschlossenen Räumen. Indem man eintritt, verlässt man nicht nur die Welt des alltäglichen Lebens, sondern auch der alltäglichen Sprache. Man findet sich an einem scheinbar unbelebten Ort der Stille wieder, die nur von fachkundigen Menschen gebrochen werden darf und wo Kultur in Form von ausgestellten Anschauungsobjekten dargestellt wird. („Anfassen verboten!“) Ist dieses sterile Klima wirklich notwendig, um dem Wert und der Bedeutung unserer Kultur gerecht zu werden? Oder wird dadurch nicht vielmehr der Effekt eines (inoffiziellen) Ausschlussverfahrens erzeugt, das bei jedem greift, der mit intellektuellen Begriffen nichts anfangen kann?

Denk mal drüber nach - Ohne eine solide Schulung in Deutsch, Geschichte, Literatur, Philosophie und Kunst versteht man an diesen Orten meist nur Bahnhof. Und geht deshalb vermutlich gar nicht erst hin.

Warum wird Kultur nur denjenigen zugänglich gemacht, die bereits über ein solches Fachwissen verfügen? Wie kann es sein, dass Bildung noch heute eine solche Schlüsselfunktion besitzt?
Wir finden, Kultur sollte für jeden frei verfügbar sein, anstatt hinter verschlossenen Türen stattzufinden und haben deshalb dietrich ins Leben gerufen.

Für alle, ohne den passenden Schlüssel.

Hannah M.